O-Ton

Gesundheitsvorsorge bei Kindern und Jugendlichen: Teilnahme an U-Untersuchungen und J-Untersuchungen

Frau Helling-Plahr nimmt wie folgt Stellung:

- "Die Bundesregierung zeigt sich hinsichtlich der Teilnahmequoten bei Kinder- und Jugenduntersuchungen zufrieden. Tatsächlich ist es erfreulich, dass Teilnahmequoten der Untersuchungen im Säuglings- und Kleinkindalter bei fast 100 Prozent liegen. Die Bundesregierung sollte aber hinsichtlich der Jugenduntersuchung 1 (J1) alarmiert sein. Hier liegt die Teilnahmequote nur noch bei der Hälfte."

- "Die J1-Untersuchung wird von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen und der Nutzen für die Jugendlichen steht nicht in Frage. Die Bundesregierung sollte sich deshalb nicht mit der niedrigen Teilnahmequote zufrieden geben, sondern das Informationsangebot verbessern. Sie sollte mehr und gezielter informieren um die Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren bestmöglich zu erreichen."

- "Der J1-Untersuchung wird eine besondere Bedeutung beigemessen. Es werden nicht nur der allgemeine Gesundheitszustand und die Organfunktionen der Jugendlichen untersucht. Schwerpunkt der Untersuchung ist ein offenes Beratungsgespräch über Sexualität, Suchtgefahren und Problemen in der Familie, im Freundeskreis und in der Schule. Die Jugendlichen bekommen die Möglichkeit, mit einem neutralen Außenstehenden über Probleme zu sprechen. Es ist schade, dass nur die Hälfte aller Jugendlichen diese Untersuchung wahrnimmt. Ich sehe hier die Bundesregierung in der Pflicht, auf eine ähnlich hohe Teilnahmequote hinzuwirken und sich nicht mit dem Status quo abzufinden."

Katrin Helling-Plahr MdB ist Expertin für Gesundheits- und Rechtspolitik der FDP-Bundestagsfraktion. Sie ist Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.

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