Pressestatement

Katrin Helling-Plahr MdB zu einen Kleinen Anfrage betreffend "Aktueller Stand zu Anspruch auf und Nutzung von Kinderkrankengeld"

"Seit fast anderthalb Jahren kämpfen wir gegen eine globale Pandemie. Das Kinderkrankengeld als solches sowie die temporäre Ausweitung des Anspruchs waren wichtige Instrumente, um Familien in Deutschland durch diese schwierige Zeit zu begleiten und ihnen schnelle und unkomplizierte Hilfe zu bieten.

Dass die Konzeption der Unterstützung von Familien über das Kinderkrankengeld für gesetzlich Versicherte auf der einen und privat Versicherte auf der anderen Seite nicht durchdacht und beispielsweise für Selbständige ungerecht ist, haben wir immer kritisiert.

Dass die Koalition bei ihrer Politik aber offenbar völlig auf Sicht gefahren ist, ohne sich irgendeinen Überblick über die tatsächliche Situation in den Familien zu verschaffen, macht sprachlos. Die Koalition agiert völlig an der Lebensrealität der Menschen vorbei. Sie weiß weder, wie viele Anträge auf Kinderkrankengeld wurden gestellt oder bewilligt wurden, noch wie viele Eltern bereits die maximale Zahl an Krankentagen aufgebraucht haben. Die Bundesregierung hat schlicht keine Daten. Auf der anderen Seite ist sie aber sicher, dass die bestehende Regelung ausgewogen und angemessen sein soll. Sich nicht einmal zu mühen Fakten über die tatsächliche Belastung der Familien zu verschaffen, ist ignorant.

Mit Blick auf den Herbst und die Erkältungszeit wäre es die Pflicht der Bundesregierung, die bestehende Regelung kritisch auf Nachsteuerungsbedarf zu prüfen. Wieder einmal zu warten bis es bei den Familien brennt und dann auf die Schnelle undurchdacht irgendetwas zu tun, ist schlicht verantwortungslos. Die Antwort der Bundesregierung dokumentiert leider einmal mehr, dass die Bedürfnisse von Familien und Kindern in der Politik der GroKo kaum eine Rolle spielen.

Kinder und Familien dürfen von der Bundesregierung spätestens im zweiten Pandemiejahr vorausschauende Politik und individuelle Planbarkeit erwarten."

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