Pressestatement

Katrin Helling-Plahr zu angedrohtem Kindesentzug wegen fehlender Corona-Isolation

"Die Nachricht einiger Gesundheitsämter, dass Kinder bei denen ein Verdacht auf eine Coronainfektion vorliegt, zu Hause räumlich vom Rest der Familie getrennt werden beziehungsweise eine Mund-Nasen-Bedenkung tragen sollen und bei Zuwiderhandlung eine "abgeschlossene Absonderung [...] in einer geeigneten geschlossenen Einrichtung erforderlich [ist]" hat mich zutiefst schockiert. Die Herausnahme eines Kindes aus der eigenen Familie ist das schärfste Schwert des Jugendschutzrechts und hier völlig unverhältnismäßig. Mildere Mittel drängen sich geradezu auf.

Die Bundesregierung sieht in der Ankündigung einiger Gesundheitsämter aber scheinbar keinen Skandal und verweist im distanziert-parlamentarischen Wortlaut auf die Zuständigkeit der lokalen Gesundheitsämter. Empathie? Fehlanzeige! Wenngleich die Bundesregierung nicht formal zuständig ist, hätte ich mir hier ein klares Bekenntnis zum Schutze der Kinder und Familien gewünscht. Die Bundesregierung bräche sich keinen Zacken aus der Krone, wenn sie mal Position beziehen würde und klarstellt, dass Sie die Androhung (und natürlich auch den Vollzug) der Herausnahme eines Kindes aus der Familie wegen des möglichen Nichttragens einer Mund-Nasen-Bedeckung in den eigenen vier Wänden für völlig überzogen hält. Eine solch klare Aussage würde ihre Wirkung sicher nicht verfehlen."

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