Pressestatement

Katrin Helling-Plahr zum Vorstoß der Grünen-Bundestagsfraktion soziale Elternschaft rechtlich besserzustellen

Katrin Helling-Plahr, Familienrechtsexpertin der FDP-Fraktion äußert sich wie folgt dazu:

"Ich bin auf den konkreten Antrag der Grünen zur Besserstellung der sozialen Elternschaft gespannt. Derzeit liegt er mir noch nicht als Drucksache vor. Die Schlagrichtung scheint nur auf den ersten Blick in die richtige Richtung zu gehen, es darf nicht zu einer Zwei-Klassen-Elternschaft kommen. Ich habe die Befürchtung, dass durch die geforderte Einführung eines kleinen Sorgerechts genau das aber manifestiert werden soll.

Die Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag ist da weiter: Bereits im September 2019 wurde auf mein Ansinnen hin ein wegweisendes Positionspapier beschlossen, in dem moderne gesundheits- und rechtspolitische Rahmenbedingungen für das Elternwerden formuliert sind. Ich möchte, dass das Elternschaftsrecht künftig mehrelternschaftliche Konstellationen vollumfassend mitdenkt und bei mehreren elterlichen Bezugspersonen keinen Unterschied zwischen großen und kleinem Sorgerecht macht. Ich freue mich auf die Diskussionen mit den Grünen.

Konstellationen, in denen mehr als zwei Personen tatsächlich elternschaftliche Verantwortung für ein Kind übernehmen sind längst gesellschaftliche Realität. Ihre auch rechtliche Abbildung ist überfällig. Zusammen mit der Forderung der automatischen Co-Mutterschaft für lesbische Ehepaare drängt sich die Vermutung auf, dass die Grünen die Väter künftig ausbooten möchten. Das darf nicht sein. Wir als Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag wollen dem Kind kein Elternteil vorenthalten. Regelungen, die darauf angelegt sind, Co-Elternteile, genetische Elternteile und soziale Elternteile auf dem Rücken der Kinder gegeneinander auszuspielen, lehnen wir ab."

Den Beschluss der FDP-Fraktion finden Sie im Volltext hier

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